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Diplom-Biologin
Birgit Rödder Informationen
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Das Kratzen oder Krallen wetzen kann den Funktionsbereichen Körperpflege und dem Markierverhalten zugeordnet werden, ist also natürliches Verhalten. Hauskatzen benutzen dafür nur ihre Vorderpfoten, die sie über, bzw. durch eine raue Oberfläche ziehen; dabei werden Fremdkörper (Dreck) und Krallensplitter entfernt, die Krallen so gepflegt und funktionstüchtig gehalten. Die Krallen der Hinterbeine werden mit den Zähnen gepflegt. Sie kommen nicht nur beim Beschleunigen, schnellen Laufen und Klettern zum Einsatz, sondern auch beim "Nahkampf" mit Artgenossen. Dementsprechend "treten" manche Katzen, vor allem junge, gelegentlich auch die Sofa- oder Sessellehne mit den Hinterbeinen, wenn sie ihre "wilden fünf Minuten" ausleben. Das Krallenwetzen wird auch im sozialen Kontext gezeigt. Es dient hauptsächlich als optische und geruchliche Markierung, indem die Katze außer Kratzspuren auch Duftstoffe auf dem so behandelten Gegenstand hinterlässt. Für diese Markierung suchen Katzen meist mehrere, aber immer dieselben Gegenstände auf, die meist im Kernbereich des Territoriums (Revier 1. Ordnung) an gut zugänglichen Stellen liegen. Kratzen (und auch Klettern) ist also natürliches Verhalten, für das ein entsprechendes "Möbel" benötigt wird. Die Freigänger unter den Hauskatzen können ihre bevorzugten Kratzgelegenheiten draußen fast beliebig wählen, reine Wohnungskatzen haben diese Wahl nicht. Wenn Sie also nicht möchten, dass Ihr Ledersofa langsam aber sicher zum Wildledersofa mutiert, kaufen oder bauen Sie mindestens einen Kratzbaum. Das Kratzen an nicht dafür vorgesehenen Stellen kann aber auch erlernt sein, z.B. als Aufmerksamkeit forderndes Verhalten. Achten Sie also darauf, nicht mit Ihrer Katze zu spielen, wenn sie unmittelbar vorher Ihr Sofa malträtiert hat. Solche Lernvorgänge treten nicht zwingend auf, sondern können von sehr vielen Faktoren beeinflusst werden, u.a. vom Charakter der Katze und von der Beziehung zwischen Ihnen beiden. Über das Thema "So lernen Katzen" können Sie sich ausführlicher in meinem Seminar informieren. © Birgit Rödder, 15. August 2008 |