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Diplom-Biologin Birgit Rödder

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die Katzenart Felis silvestris (Wildkatze)

 

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Wildkatze

Systematik:
Klasse: Mammalia (Säugetiere)
Unterklasse: Eutheria (Höhere Säugetiere)
Ordnung: Carnivora (Raubtiere)
Überfamilie: Aeluroidea (= Feloidea, Katzenartige)
Familie: Felidae (Katzen)
Unterfamilie: Felinae (Kleinkatzen)
Gattung: Felis (Altweltkatzen)
Art: Felis silvestris Schreber, 1777
Schutzstatus:
Washingtoner Artenschutzübereinkommen Anhang II,
EG-Verordnung Anhang A, 
FFH-Richtlinie Anhang IV, 
besonders bzw. streng geschützt nach Bundesnaturschutzgesetz Anhang s, 
Höchstschutz seit 01.06.1997

Maße: Kopf-Rumpf-Länge: 55-80 cm, Schwanz: 25-40 cm, Schulterhöhe: 25-35 cm.
Gewicht: Weibchen 3,5-4 kg, Männchen durchschnittlich 5 kg.
Merkmale: siehe Unterarten

Unterarten:
Die Systematik der Kleinkatzen ist noch immer umstritten. Es wurden zahlreiche Unterarten beschrieben (21 laut Haltenorth 1957), die von einigen Autoren auch als eigenständige Arten angesprochen werden, z.B. Felis libyca (bzw. F. lybica Forster, 1780 [Forster hat 1780 die Art in dieser falschen Schreibweise veröffentlicht]) statt Felis silvestris libyca als Unterart. Neueste, molekulargenetische Untersuchungen weisen jedoch darauf hin, dass Waldwildkatze, Falbkatze und Steppenkatze derselben Art angehören, die über drei Kontinente verbreitet ist. Ihre Vertreter variieren in ihrem äußeren Erscheinungsbild mit gleitenden Übergängen zwischen den früher als Arten angesprochenen Gruppen. Sie können sich untereinander und mit der Hauskatze (als Abkömmling der Falbkatze) verpaaren, die Nachkommen sind fruchtbar.

Gebräuchlich ist eine Einteilung in drei Formengruppen:

silvestris-Gruppe (Europäische Wildkatze):Felis silvestris silvestris (Waldwildkatze)

Vorkommen: 
europäische Mittelgebirge (F. s. silvestris) (außer Skandinavien) bis in die Mongolei (F. s. caucasica), Schottland (F. s. grampia), Korsika (F. s. reyi), Balearen (F. s. jordansi).
Vorkommen in Deutschland: 
Harz, Solling, Kaufunger Wald, Taunus, Eifel, Hunsrück, Pfälzer Wald.

Lebensraum:
primär waldreiches Gelände ohne allzu lange und hohe Schneelagen, mit ausreichend trockenen und warmen Unterschlüpfen, z.B. in hohlen Bäumen oder unter Baumwurzeln.

Merkmale:Felis silvestris silvestris (Waldwildkatze); Foto: Ingrid Büttner
Erscheinung: Aussehen ähnlich der Hauskatze, jedoch etwas größer, mit längeren Gliedmaßen als eine durchschnittliche Hauskatze, mit buschigerem Schwanz und stumpfem Schwanzende.

Fell: dicht mit wolligem Unterhaar, längere Grannenhaare als Hauskatze; Färbung variiert je nach Herkunft: Grundfarbe gelblichgrau, Rücken dunkler, Unterseite cremefarben; Kehle, Brust und Bauch mit weißen Partien; deutlicher Rückenstreifen (Aalstrich) von Schulter bis mindestens Schwanzansatz, an den Körperseiten verwaschene Streifenzeichnung, auf den Beinen schwarze Querstreifen.

Kopf: etwas breiter als der einer Hauskatze, Nasenspiegel rosa, deutliche schwarze Streifen auf Stirn, Wangen und Hals.

Augen: Iris grüngelb.

Ohren: kleiner als die einer Hauskatze, spitz, mit angedeuteten Ohrpinseln.
Beine: etwas länger als die einer Hauskatze, Fußsohlen schwarz.

Schwanz: höchstens halbe Kopf-Rumpf-Länge, dick und dicht behaart, die letzten schwarzen Ringe geschlossen und nicht miteinander verbunden, Schwanzspitze stumpf endend und schwarz.
äußere Geschlechtsunterschiede: Männchen oft deutlich größer als Weibchen und mit breiterem Kopf (Backen).
Jungtiere: deutlichere Streifenzeichnung (ähnlich Hauskatze); Schwanz spitz zulaufend.

libyca-Gruppe (Afrikanische Wildkatze oder Falbkatze): Stammform der HauskatzeFelis silvestris libyca (Falbkatze; Honingkrantz, Südafrika)

Vorkommen: 
Steppen und Halbwüsten Afrikas (F. s. brockmanni, F. s. cafra, F. s. griselda, F. s. lowei, F. s. lybica, F. s. mellandi, F. s. ocreata, F. s. rubida), der Arabischen Halbinsel bis Südwest-Asien (F. s. lybica) sowie die Mittelmerinseln Kreta, (F. s. cretensis), Sardinien und Sizilien (F. s. sarda).
Besonders gefährdet durch häufige Einkreuzungen von Hauskatzen; reinrassige Falbkatzen werden immer seltener.

Lebensraum:
Halbwüsten, Steppen und Savannen Afrikas, nicht in zentralen Bereichen der Sahara, tropischen Regenwäldern und Gebirgszonen.

Merkmale:Felis silvestris libyca (Falbkatze; Honingkrantz, Südafrika)
Erscheinung: schlanker, hochbeiniger als die durchschnittliche Hauskatze.

Fell: Färbung variiert je nach Herkunft: Grundfarbe von rotgrau oder fahlgelb zu fahlgrau (in trockenen Gebieten hellere Individuen, in feuchteren Gebieten dunklere), Aalstrich dunkler, Bauch und Halsunterseite gelblich bis weißlich; Streifenzeichnung am Körper verwaschen, auch in kleine Flecke aufgelöst, an den Beinen deutlich, besonders Unterarme mit zwei schwarzen Querbinden
.
Kopf: Nasenspiegel rosa, zwei ockerfarbene bis schwarze Wangenstreifen, 4-6 Nackenstreifen.
Augen: Iris grüngelb, Pupillen verengen sich zu vertikalen Schlitzen.
Ohren: groß, spitz, mit angedeuteten Ohrpinseln, Rückseite rötlich bis rotbraun.
Beine: etwas länger als die einer Hauskatze; deutliche Streifenzeichnung, besonders Unterarme mit zwei schwarzen Querbinden; Fußsohlen schwarz.
Schwanz: Schwanz lang und spitz endend, mit meist drei geschlossenen schwarzen Ringen vor schwarzer Schwanzspitze.

ornata-Gruppe (Asiatische Wildkatze oder Steppenkatze):

Vorkommen: 
Naher Osten bis Westindien (F. s. ornata) und Zentralasien (F. s. caudata, F. s. chutuchta, F. s. matschiei, F. s. vellerosa).

Merkmale:
Erscheinung: kleiner als Europäische Wildkatze.
Fell: Färbung variiert je nach Herkunft: von sandfarben bis rötlichgelb und grau; schwarze Rücken- und Seitenstreifen in Flecken aufgelöst, an den Beinen schwarze Querstreifen.
Kopf: zwei schwarze Wangenstreifen, Stirn mit Fleckenreihen.

Augen: Iris grüngelb, Pupillen verengen sich zu vertikalen Schlitzen.

Ohren: Rückseite braun-rötlich, kleine Pinsel.

Beine: Streifenzeichnung.

Schwanz: leicht spitz zulaufend, am Ansatz oben gefleckt, weiter hinten mit halboffenen, dann geschlossenen schwarzen Ringen vor schwarzer Spitze.

© Birgit Rödder, 22. Januar 2009