user_mobilelogo

Wichtig: Verhütung und Schutz

Streunerkatzen leidenDem Wohlergehen ALLER Hauskatzen zuliebe müssen wir ihre Fortpflanzung dringend einschränken. Lassen Sie Ihre Katze und Ihren Kater rechtzeitig kastrieren und unterstützen Sie Kastrationsaktionen für verwilderte Katzen, z.B. über das Bündnis Pro Katze.

Teilen
FaceBook

Über das Wiedersehen freuen sich beide SeitenWir lieben Katzen, weil sie unabhängig sind und weil sie uns lieben. Dass Katzen beides können, weiß jeder Katzenkenner. Aber vermissen Katzen uns, wenn wir außer Haus sind? Wie reagieren sie, wenn wir lange oder nur kurz unterwegs sind? Und wer freut sich mehr über das Wiedersehen? Eine neue Studie gibt Aufschluss.

Für manche Katzen sind wir nur Futterlieferanten. Viele andere sehen in uns vielmehr wichtige Sozialpartner, die außerdem Spielkameraden, Masseure und Bezugspersonen für Belange aller Art sind, Animation und sogar Sicherheit bieten. Bisherige Studien über die Qualität der Katze–Mensch-Beziehungen liefern teilweise widersprüchliche Ergebnisse. Beim Individualisten Hauskatze wundert das nicht, hängt aber auch vom „Studiendesign“ ab, d.h. von Methoden und Fragestellung.

Trennung und Wiedersehen

Drei schwedische Forscherinnen fragten sich nun, wie Hauskatzen auf unterschiedlich lange Abwesenheiten ihrer menschlichen Bezugspersonen reagieren, ob sie sich auch unterschiedlich verhalten. Für aussagekräftige Ergebnisse sorgte die Auswahl der Mensch-Katze-Paare: es waren 14 Einzelkatzen in ausschließlicher Wohnungshaltung und mit guter Beziehung zu ihren berufstätigen Haltern; das heißt, für die Katzen war das Alleinbleiben nicht neu. In den Tests blieben die Katzen einmal 30 Minuten alleine und ein weiteres Mal vier Stunden. Ihr Verhalten – und das ihrer Halter – wurde fünf Minuten vor dem Weggang der Halter bis fünf Minuten nach deren Rückkehr aufgezeichnet und verglichen.

Wie erwartet benahmen sich die Katzen gleich, bevor die Menschen das Haus verließen und auch in den fünf Minuten vor Rückkehr der Halter; sie konnten die Dauer der Abwesenheit nicht ahnen und wurden vor der Rückkehr auch noch nicht vermisst, da die Halter zur Arbeit gewöhnlich noch länger abwesend waren.

Während der vierstündigen Abwesenheit der Halter lagen die Katzen länger ruhend oder schlafend als während der halbstündigen Phase. Der Zusammenhang ist klar: Nach Verlassen der Wohnung waren die Katzen noch einige Zeit aktiv, bevor sie sich hinlegten, und ruhten dann, bis der Halter wiederkam, 25 Minuten oder knapp vier Stunden.

Nach der Rückkehr gab es allerdings deutliche Verhaltensunterschiede: nach einer längeren Trennung schnurrten die Katzen länger und streckten sich ausgiebiger als nach dem nur kurzen Verlassen der Wohnung. Wahrscheinlich hängt das Strecken allerdings mit der Länge der Ruhephase zusammen, d.h. nach einem kurzen Nickerchen dehnen Katzen sich nur kurz, nach einem längeren Schlaf sind ausgiebigere Übungen zum Lockern angebracht. Das längere Schnurren kann man dagegen als Wiedersehensfreude werten.

Die Halter sprachen länger mit ihren Katzen, wenn sie nach vier Stunden Heim kamen als nach nur 30 Minuten. Dies betraf jedoch nur die Haushalte, in denen die Katzen sozusagen restriktiv gefüttert wurden, also mit täglich mehreren Mahlzeiten. Die Menschen sorgten sich offenbar im Laufe der Abwesenheit immer stärker um das Wohlergehen der alleine gelassenen Katze. Zurecht, wie Kato auf dem unteren Foto zeigt; wegen seiner Tendenz zu breiten Hüften bekommt er abgewogene Rationen zu festen Zeiten und empfängt mich entsprechend grimmig, wenn ich nicht lange vor der Fütterung wieder da bin – sicher ist sicher. Die Halter, deren Katzen ständig Futter zur Verfügung stand (ad libitum), begrüßten ihre Katzen immer gleich, egal wie lange sie außer Haus waren, denn sie mussten nicht befürchten, dass die Samtpfoten hungern mussten.

Letztendlich kamen die Autorinnen zu dem Schluss, dass Katzen mit dem Alleinsein ganz gut zurechtkommen. Aber auch, dass sie sich freuen, wenn „ihr“ Mensch wieder zurückkehrt - was jeder Katzenhalter bestätigen kann. Außerdem steigt die Freude mit der Dauer der Abwesenheit und dies nicht nur bei der Katze. Die mag durch ihre intensivere Begrüßung die Beziehung auffrischen oder den Halter daran erinnern, jedenfalls macht sie deutlich, dass ihr etwas an „ihrem“ Menschen liegt, und zwar nicht (nur) an seinen Fütterungsqualitäten. Die Freude der Katzen über das Wiedersehen entstand nämlich nicht, weil sie hungrig waren, so reagierten auch die mit stets vollem Napf.

Kato ist besorgt: "Wo bleibst Du, in einer halben Stunde ist Essenszeit"Nach dem Urlaub

Nach einer längeren Trennung, z.B. nach einem Urlaub, scheinen viele Katzen beleidigt zu sein: sie wenden sich ab, setzen sich mit dem Rücken zu uns hin und scheinen uns mit Ignoranz strafen zu wollen. Dass sie Kontakt erst einmal vermeiden wollen, ist jedoch wahrscheinlich nur Ausdruck ihrer Unsicherheit. Immerhin riechen wir fremd und dann sind da schon wieder diese blöden Koffer, die doch neulich erst die Abreise ankündigten. Übersetzt bedeutet das eher die Frage, ob sie jetzt etwa schon wieder alleine gelassen wird. Vielleicht braucht sie auch nur etwas Zeit, um die Rückkehr der Vermissten zu verarbeiten. Nachdem wieder etwas Ruhe eingekehrt ist, die Koffer zumindest aus dem Blickfeld der Katze verschwunden, die Hände gewaschen und Futter gereicht wurde, ist auch die Katze beruhigt. Dann besinnt sich auf die gewohnten Rituale und lässt sich auf eine Streichel- oder Spieleinheit ein. Alles ist wieder so, wie es immer war und sein soll!

Alleinsein geht gar nicht

Manche Katzen leiden allerdings tatsächlich und sogar schon bei Verlassen des Zimmers unter Trennungsangst, die bei Kindern und Hunden besser bekannt ist: sie sind sehr unruhig, wandern durch die Wohnung und suchen „ihren“ Menschen, oft untermauert durch lautstarkes und anhaltendes Miauen, das den Nachbarn durch Mark und Bein geht. Kratzen an der Wohnungstür oder der benachbarten Wand, Harnmarkieren oder das eigene Fell ausrupfen sind nur einige der wirklich unangenehmen Begleiterscheinungen – für Mensch und Miez. Betroffen sind meist von Hand aufgezogene Katzen und/oder solche, die eine extrem enge Bindung an ihre menschlichen Sozialpartner entwickelt haben; bei seiner Abwesenheit fehlt „etwas“ Wichtiges und zwar dringend. Diese Verhaltensweisen sind für die eigentlich unabhängigen Samtpfoten untypisch und können ernste Verhaltensprobleme aufwerfen: Blasenentzündungen, psychogene Alopezie (sich bis auf die blanke Haut zu putzen oder rupfen bis sich diese entzündet) und Depressionen sind nur einige der möglichen Folgeerscheinungen, die unbedingt verhindert werden müssen. Fragen Sie eine Katzenexpertin Ihres Vertrauens, die Ihnen und Ihrer Katze hilft, die gute Beziehung auf ein gesundes Niveau zu bringen.

Quelle: Eriksson, M., L.J. Keeling & T. Rehn (2017): Cats and owners interact more with each other after a longer duration of separation. – PLoS ONE 12(10): e0185599. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0185599

Teilen
FaceBook

Tierverhaltenstherapie – catility

Dipl.-Biol. Birgit Rödder

Kop Nück 3

53902 Bad Münstereifel

Tel. 02257 - 95 27 44

info [at] catility.de

 

Impressum

 

Literatur

    Katzen Clicker-BoxWas Katzen wirklich wollen